Donnerstag, 4. Mai 2017

Achterbahn ....

In den letzten Wochen war mein Leben irgendwie ein bisschen sehr Achterbahn. Schwankend zwischen extremer Fatigue, Schlaflosigkeit und anderen fiesen Faktoren, pendelte ich in diversen Gemütszuständen von Ängstlich, über ausgesprochen depressiv, aggressiv, humorvoll und dünnhäutig.



All inclusive mit Fräulein Trulla sozusagen. Und es hat mich echt viel Kraft gekostet. Ich wurde leiser. Verlor die Lust und war einfach nur erschöpft.

Seit einigen Tagen geht es aufwärts. Was zum einen an den Infus vom Doc liegt, die mir gut tun und die ich fertig habe und zum anderen auch, weil ich langsam merke, dass sich was Gutes im Körper tut. Und das freut mich, auch weil sich mein Körper echt mies angefühlt hat. Bäh ...

Wie gesagt, es geht mir besser und ich fühle mich wieder wie ich. Nicht wie der Zombie. Ich schlafe auch wieder besser und freue mich über jede Stunde erholsamen Schlafes und mehr entspanntes Leben. Wieder.

Die letzten Tage waren nochmal ein bisschen nervig. Muss ich zugeben. Denn nachdem ich den ersten Versuch in Sachen MRT absagen musste, weil ich üblen Husten hatte und dadurch die Aufnahmen wahrscheinlich alle verwackelt gewesen wären, was dazu geführt hätte, dass keiner richtig was erkannt hätte, stand jetzt Versuch 2 an.



Nachdem ich die letzten Monate immer wieder zwischen Fräulein Trulla und fiesen Erkältungen hin- und her schwankte, hatte ich ehrlich gesagt, so eine nicht wirklich gute Vorahnung. Dem Herzblatt sagte ich klar: "Pass auf, wenn du dir nicht sicher bist, dass du deinen begossener Pudelblick für dich behalten kannst, wenn der Doc sagt, dass wir nicht so gute Ergebnisse haben, dann bleibst du draußen vor der Tür."

Ich kann in solchen Momenten niemanden brauchen, der halb zerfließt, wenngleich ich seine Sorge verstehen kann. Ich habe aber dann mit mir selbst zu tun und kann niemandem Trost anbieten. Da gehe ich lieber allein zum Gespräch, das ohnehin erst mal eine grobe Übersicht bietet, und erkläre das, was geschah allein.

Allerdings, er wäre auch nicht bei mir und mit mir, wäre er nicht auch in diesen Momenten dabei. "Ohne Pudel, ich weiß", sagte er und ging ins Sprechzimmer zur Auswertung des vorher stattgefundenen MRTs. - Durch das ich ohne Beruhigungsmittel tuckerte. Normalerweise habe ich Platzangst, aber dieses Mal bekam ich ein Gerät, das etwas mehr Durchmesser hat und somit nicht ganz so beengend wirkt, als die anderen, in denen ich bisher war. Dazu kam eine sehr nette junge Dame, die die Untersuchung laufen ließ und die mir auch jede Aufnahme ansagte und auch immer einen Status nannte, wie lange ich noch drin bleiben sollte. Was auch half. Das gibt mir immer das Gefühl, dass da jemand ist. Auch wenn ich weiß, dass mich da keiner allein lässt. Aber das zu hören, macht in dem Fall echt nochmal einen Unterschied. Und spart die Einnahme von Beruhigungsmitteln.

So gesehen durfte also das Fräulein Trulla ihren Fototermin wahrnehmen und sie hat es wahrscheinlich genossen. In meinem Kopf drehte sie sich wie bei einer dieser Modelsendungen hin und her, zupfte am extra gestärkten Spitzenkrägelchen und verlangte lautstark nach Monsieur Toni, ihrem Hairstylisten und einem extra Likörchen. Zur Nervenstärkung. "Ich bin eine Trulla von Welt" flötete sie und der Schlafzimmerblick, den sie so in meinem Kopfkino versuchte, brachte mich zum Schmunzeln. (Gut, dass mein Kopfkino in diesen Situationen oft eingreift und mich aufheitern kann)

Die Bilder sind sehr gut geworden. Wir mögen sie. Besagen sie doch eigentlich Gutes, wenig Progression, nur ein neuer Herd, der aber auch nicht aktiv ist, sondern erloschen abhängt, was den Schub im Sommer 2015 erklären dürfte. Der Arzt, der sich die Aufnahmen anschaute und mit denen verglich, die vorliegen (eigentlich alle, weil ich immer in dieser Praxis bin, zwecks Datensammlung) , meinte, ich hätte MS und das ist so ja auch erst mal nicht zu ändern, aber zu sehen, dass die Aktivität der Erkrankung in einem für mich positiven Verlauf läuft, könne ich durchaus als gute Nachricht werten.

Jetzt liegt es an mir. Da ich derzeit den Neurologen wechsle und das MRT vom Hausarzt, der auch meine "Zentrale" ist weil ich in einem Hausarztmodell bin, auf meinen Wunsch verschrieben bekam, kann ich entscheiden, was ich wo wie machen lasse und wen ich in mein Team hole. Eigentlich ein gutes Gefühl. Und ich stehe nicht unter Druck, was ich ganz angenehm finde.

Geht es euch gut?

Liebe Grüße
Birgit

Bilder: Pixabay.de

Kommentare:

  1. Liebe Birgit!
    Das hört sich doch wirklich wunderbar an und ich denke wenn beim MRT eine Person beruhigend auf einen einwirkt bzw. Statusangaben macht, ist das eine sehr gute Idee, eine feine Sache..
    Und wenn das Ergebnis dann noch so toll ausfällt.... was will man mehr. Ich freue mich mit dir.
    Liebe Grüße sendet, Deine Christine

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    1. Liebe Christine, ich habe mich auch sehr gefreut. Ich mag die Leute in der Praxis, die sind sehr freundlich und wenn man Fragen hat, bekommt man eine Antwort, die verständlich ist und sie geben den Moderator bei der Fahrt durchs MRT. So sollte es immer sein. Alles Liebe! Birgit

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